Ein
kurzer Überblick über die wichtigsten Stadien eines in Wirklichkeit sehr
komplexen Ablaufs, der in der Regel von mehreren spezialisierten
Handwerkern realisiert wird!
1. Das Ausgangsmaterial
Pans wurden anfangs immer aus gebrauchten 55-US-Gallon Öl-Fässern
hergestellt (208 Liter / Durchmesser = 58cm - Abfall der in Trinidad ansässigen
amerikanischen Ölbohrfirmen). Die Dicke des Materials beträgt im
Allgemeinen 1,2 mm. Heute werden entweder ganz neue Fässer - oder dann
direkt Stahlbleche verwendet, die in Qualität und Abmessungen für jede
Anwendung speziell ausgewählt werden können.
2. Das Einsenken (sinking)
Mit
einem schweren gerundeten Fausthammer wird der Oberteil des Fasses in
seine konkave Form gebracht: flacher für
Instrumente mit tieferen Tönen, tiefer für höher gestimmte. Dieser
Vorgang dehnt und verdünnt das Material und
vergrössert damit die Oberfläche für die Platzierung der einzelnen
Notenfelder. Seit 1988 wird auch die technisch
fortgeschrittenere Drehform-Methode angewendet, bei der das Pan auf eine
rotierende Oberfläche montiert und kontinuierlich bis zur gewünschten
Tiefe maschinell eingedrückt wird. Die Vorteile dabei sind, dass man
damit eine gleichmässigere Blechdicke erreicht, was einerseits die
Platzierung der Notenfelder erleichtert, und andererseits dem fertigen
Pan einen ausgewogeneren Klang geben wird. Auch etwaige Beulen oder Risse
können so vermieden werden.
3.
Die Notenfelder
Mit
entsprechenden Schablonen - über Jahre und Jahre mit der Methode von
"Versuch und Irrtum" entstanden - werden die Notenflächen auf der
eingesenkten Oberfläche eingezeichnet. Im folgenden Schritt werden die
letztlich konvex erscheinenden Notenflächen interessanterweise nicht
etwa von unten "zurückgeschlagen", sie entstehen vielmehr, indem der
Platz zwischen den Noten mit einem Hammer noch weiter eingesenkt wird.
In diesem Stadium übertragen allerdings die entstandenen Erhöhungen
akustische Vibrationen auf die benachbarten Felder; mit Stift und Hammer
wird nun eine breite Rille um jede Note geschlagen (in Englisch
"grooving"), was die Flächen akustisch klar voneinander trennt.
4. Der Mantel (skirt)
Dem
entstehenden Instrument entsprechend, wird nun die Länge des Mantels
bestimmt und das Fass gekürzt - mit etwas Marge für das spätere genaue
Schneiden. Dieser Mantel dient als Resonator und seine Länge ist
ausschlaggebend für 'die Stimme' der Steeldrum: normalerweise haben hoch
gestimmte Instrumente einen kurzen Mantel, tiefere dann natürlich einen
entsprechend längeren.
5.
Das Erhitzen (tempering- oder burning process)
Dieser
Vorgang - bei dem das Pan in einem behelfsmässigen Ofen Spielseite nach
unten erhitzt wird - härtet den Stahl und erhöht damit die
Wahrscheinlichkeit, dass das Instrument später seine Stimmung auch
hält.
6.
Das Stimmen (tuning)
In
einer ersten Runde des Grobstimmens wird nun jedes einzelne Notenfeld
mit einem Hammer - immer wieder kontrolliert mit einem 'Stick' in der
andern Hand - von unten und oben auf die richtige Tonhöhe getrimmt: ein
langwieriger Prozess, bei dem einzelne Felder eventuell mehrere Male
runter- und wieder zurückgeschlagen werden müssen. In dieser Phase wird
auch der Mantel auf seine präzise Länge gekürzt. Da Pans jetzt mehr und
mehr standardisiert sind, kann ein Tuner heutzutage auch mit schon
gestimmten Steeldrums vergleichen, besser ist aber, wenn er
zuverlässigere Hilfs-Instrumente wie Stimmgabeln oder Stimmpfeifen als
Referenztöne verwendet. Nachdem seitlich Aufhängelöcher gebohrt sind und
das Pan in seiner Spielposition hängt, beginnt eine weitere Runde: das
Feinstimmen. Der Stimmer verlässt sich jetzt auf ein bereits sehr gut
gestimmtes Instrument, oder gar (zusätzlich) auf elektronische
Einrichtungen - wie etwa ein stroboskopisches Stimmgerät. Damit wird
eine sehr exakte Kontrolle von Tonhöhe und -qualität erreicht.
7.
Der letzte Schliff (chroming / blending)
Gegen
Rost - und zur Verschönerung - wird das soweit fertige Instrument in
einem separaten Prozess nun meistens mit einer (Zink- oder) Chromschicht
überzogen. Allerdings macht dies die Arbeit des Stimmens zum Teil wieder
zunichte. Es ist nun die Aufgabe des Tuners, in einer letzten Stimmrunde
dem Pan auch akustisch seinen letzten Schliff zu geben. Er achtet dabei
auch speziell auf die - für dieses Instrument so typischen - Obertöne:
dass die richtigen hörbar werden, und wo im Notenfeld sie zum Klingen
kommen, ist ausgesprochen wichtig. Hier wird dem Pan sein sweet rich and
mellow sound 'eingehaucht'.
8. Spielen - Stimmen - Spielen
Ein 'fabrikneues' Pan ist aber kaum schon bei seinen letzten
Möglichkeiten angelangt. Natürlich gibt es besser und schlechter
gemachte Pans, jedes Instrument wird aber besser, wenn es einmal
'eingespielt' ist und von Zeit zu Zeit nachgestimmt wird. Sein 'Sound'
wird damit immer ausgeglichener und stabiler. Die Erfahrung ist dann:
"so schnell würde ich mein Instrument nicht mehr hergeben".
(Quelle: Rhythmics.ch)